Bücherhalle Harburg Arne Dahl: "Sechs mal zwei"

20.11.2017

"Für langweilige Literatur habe ich keine Geduld" bekannte der Literaturwissenschaftler Jan Lennart Arnald. Einer der Beweggründe, sich in seine Schreibwerkstatt auf den Schären zurückzuziehen, und dort unter dem Pseudonym Arne Dahl hochintelligente, spannende Kriminalromane zu schreiben. Inzwischen gehört der schwedische Autor, der mit seiner Familie in Stockholm lebt, weltweit zu den erfolgreichsten Krimiautoren. Auch in Deutschland führen seine Romane regelmäßig die Bestsellerlisten an, viele seiner Bücher wurden erfolgreich verfilmt. 

Autor Arne Dahl und Schauspieler Sebastian Dunkelberg

Am Abend des 17. November 2017 war Arne Dahl, der zurzeit mit seinem aktuellen Buch "Sechs mal zwei" europaweit auf Lesereise ist, in der Bücherhalle Harburg zu Gast.

Die Kooperationspartner Buchhandlung am Sand, Volkshochschule Harburg und Bücherhalle Harburg freuten sich riesig, den zahlreich erschienenen Krimi-Fans diese hochkarätig besetzte Lesung präsentieren zu können. Es moderierte der Schauspieler Sebastian Dunkelberg, der auch gekonnt die deutschen Texte vortrug. "Wer von Ihnen hat noch nie ein Buch von Arne Dahl gelesen?" Nur wenige Arme hoben sich. "Dann sind Sie glückliche Menschen" konstatierte der Moderator, "denn Sie haben noch alle spannenden Lesemomente vor sich!"

Lesung_ Arne Dahl und Sebastian Dunkelberg

Als Arne Dahl mit dem Schreiben begann, wollte er keine Krimireihe, die um nur einen Ermittler kreist, schreiben. Deshalb entwickelte er die A-Gruppe, ein Sonderermittlungsteam der schwedischen Polizei, das gemeinsam Fälle bearbeitet. Später entstand aus einzelnen Personen dieser Gruppe die "Europol-Reihe". So hätte er noch lange weiter recherchieren und schreiben können, erklärte Arne Dahl, aber stattdessen öffnete er sich einer anderen Art zu schreiben. "Weil Veränderungen zum Leben dazu gehören - und damit keine Langeweile aufkommt".

In seiner neuen Krimi-Serie, dessen erster Band "Sieben minus eins" 2016 veröffentlicht wurde, verleiht der Autor seinen Protagonisten mehr psychologischen Tiefgang und konzentriert sich weniger auf politische Ereignisse. Dabei bedient er sich einer neuen Erzählweise, die eine andere atmosphärische Dichte aufweist als seine bisherigen Bücher. "Sich neu zu erfinden und trotzdem selbst treu zu bleiben, diese Kunst ist Arne Dahl mit seiner neuen Buchserie gelungen", stellte Sebastian Dunkelberg anerkennend fest.

Arne Dahl signiert sein Buch

Und darum geht es: Eine Kollegin von Kriminalkommissar Sam Berger wird unter mysteriösen Umständen ermordet. Gemeinsam mit Molly Blom, die für den Sicherheitsdienst Säpo arbeitet, versucht Sam den Mord aufzuklären, aber dies scheint jemand unbedingt verhindern zu wollen. In einem Haus werden die beiden brutal niedergeschlagen. Als sie wieder zu sich kommen, befindet sich überall Blut ... Vom Sicherheitsdienst wegen Mordes gesucht, tauchen die beiden Ermittler unter und Sam gerät in eine Identitätskrise. Auch der schwedische Geheimdienst jagt die vom Dienst suspendierten Ermittler, die nicht genau wissen, wem sie eigentlich auf der Spur sind. Und es ist auch nicht gewiss, ob Sam und Molly einander wirklich vertrauen können. 

Nach spannenden Leseproben und einem interessanten Gespräch mit einem gut gelaunten Arne Dahl, der übrigens sehr gut Deutsch sprach, konnten sich die Besucher den Schlussworten von Georg Schmitt aus der Buchhandlung anschließen: "Heute ist der Bundesweite Vorlesetag und wir haben es am besten getroffen!