Bücherhalle Finkenwerder Jubiläum: 150 Jahre Bücherhalle Finkenwerder

23.05.2018

Staatsrätin Jana Schiedek und Bücherhallenleitung Christina Neustadt

150 Jahre sind vergangen seit Pastor Bodemann 1868 in der Aueschule die "Volksbücherei auf Finkenwarder" gründete. 1955 wurde die Bücherei in das System der Bücherhallen Hamburg integriert. Heute ist die Bücherhalle Finkenwerder die älteste Stadtteilbibliothek in Hamburg. Mit einer Festwoche wird das Jubiläum vom 22. bis 26. Mai 2018  gefeiert.

Direktorin der Bücherhallen Hamburg

 Anlässlich des Festaktes am 23. Mai  begrüßte Bücherhallen-Direktorin Hella Schwemer-Martienßen die Gratulanten, darunter Jana Schiedek, Staatsrätin der Behörde für Kultur und Medien und zahlreiche ehemalige Mitarbeiterinnen, zum Beispiel Else Barg, die 40 Jahre in der Bücherhalle Finkenwerder tätig war. Ganz besonders freute sich Frau Schwemer über die Anwesenheit des Denkmalschützers Helmuth Barth, welcher der Urenkel des Bibliotheksgründers Pastor Bodemann ist. 

Frau Schiedek hob in ihren Grußworten hervor, dass die Bücherhalle Finkenwerder nicht nur die älteste Bücherhalle,  sondern ein echter Trendsetter ist. 2014 schaute die gesamte Bibliothekswelt auf diese kleine Bücherhalle, die ihren Kunden als erste deutsche Bibliothek einen Open Library Service anbot. Nach Schließungsabsichten Ende der 1990er Jahre, die zum Glück mit Unterstützung der Finkenwerder Bewohner abgewendet werden konnten, erinnere sie die Bücherhalle ein wenig an Asterix und Obelix. "Das kleine gallische Dorf, das vielen Trends und Wandlungen trotzt und dabei immer weiter an Bedeutung gewinnt."

Bücherhallenleitung Christina Neustadt bedankte sich für die freundlichen Worte und Darbietungen und wandte sich dann an ihr Team: "Danke für die tolle Zusammenarbeit, es macht Spaß, mit euch zusammenzuarbeiten". Anschließend skizzierte sie anhand einiger Schlaglichter die Entwicklung der Bücherhalle bis heute.

Damit schloss sie an den informativen Vortrag von Torsten Krause (Pastor von St. Nikolai) an, der humorvolle Einblicke in die Zeit des Lesens im Jahr 1868 gewährte.

Wie es sich für eine Geburtstagsfeier gehört, gab es natürlich auch Geschenke und zwar ganz besondere: Musikalische Beiträge von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Finkenwerder und eine großartige Theateraufführung der 4. Klasse der Aueschule Finkenwerder. Die präsentierten nämlich in ihrem plattdeutschen Theaterstück wie 1868 die ersten Bücher von den Schülerinnen und Schülern in der Volksbücherei ausgeliehen wurden - natürlich nur mit sauberen Händen!

Theateraufführung einer 4. Klasse der Aueschule Finkenwerder

Die Reaktionen der Eltern auf ihre lesenden Kinder waren keineswegs so positiv wie man annehmen würde, eher im Gegenteil. Die Söhne und Töchter sollten sich lieber nützlich machen und bei der Arbeit mit anpacken, als ihre Zeit mit dem Lesen von Büchern zu verschwenden, war die vorherrschende Meinung. Im letzten Akt treffen sich die nun erwachsenen Schüler wieder und es stellt sich heraus, dass sie alle qualifizierte Berufe erlernt habe, wozu sicher auch das Lesen von Büchern in ihrer Kindheit beigetragen hat. Für die tolle Darstellung gab es begeisterten, lang anhaltenden Beifall.  

Bildenthüllung

Eine weitere Überraschung überreichte Frau Schwemer: Zwei Porträts der Finkenwerder Kinau-Familie (Fotoreproduktionen), die früher im Original hier in der Bücherhalle hingen, bis sie ins Altonaer Museum überführt wurden. Für das leibliche Wohl wurde mit exzellentem Service und kleinen Köstlichkeiten aus der Produktionsschule Altona gesorgt.

In den kommenden Tagen wird die Festwoche mit einem abwechslungsreichen Programm fortgesetzt. Erleben Sie Schauspielerin Sandra Keck, Rolf Zuckowski und die Lütt Finkwarder Speeldeel. Wir wünschen viel Spaß und der Bücherhalle Finkenwerder weiter viel Erfolg.